System
MIM-23 HAWK – Mittelstrecken-Flugabwehrrakete mit HALB- und CW-Lenkwaffen.
- Bezeichnung
- MIM-23 HAWK
- Generation
- Improved HAWK
Bundeswehr · Luftwaffe · 1959 – 2002
Das Flugabwehrraketenbataillon 39 war von 1970 an in der Thorsberg-Kaserne in Süderbrarup, Schleswig-Holstein, stationiert. Ausgerüstet mit dem System HAWK sicherte es den Luftraum im Norden Deutschlands. Diese Seite erinnert an die 1./FlaRak 39 und 1./FlaRak 11.
Abschnitt 01
Das Bataillon wurde am 1. Juli 1959 als Luftwaffenflakbataillon 48 auf dem Fliegerhorst Goslar aufgestellt. Über die Stationierungsorte Büchel und Ulmen in der Eifel führte der Weg 1970 nach Süderbrarup an die Schlei.
1965 erfolgte in Fort Bliss, nahe El Paso (Texas), die Umschulung auf das Fla-Raketensystem HAWK. Im Zuge dieser Umrüstung wurde die Einheit in Flugabwehrraketenbataillon 39 umbenannt.
Mit der Umgliederung ab 1990 wurde aus dem Bataillon die FlaRakGrp 39, später das FlaRakG 39 mit dem moderneren System PATRIOT. Im Jahr 1993 konzentrierte sich der Verband in Husum, im Dezember 2002 wurde er aufgelöst.
Abschnitt 02
Das HAWK-System (Homing All the Way Killer) war das Standard-Fla-Raketensystem der westlichen Luftverteidigung. Es wurde ab den 1960er Jahren kontinuierlich modernisiert und bildete das Rückgrat der NATO-Flugabwehr.
MIM-23 HAWK – Mittelstrecken-Flugabwehrrakete mit HALB- und CW-Lenkwaffen.
Bekämpfung von Zielen in mittlerer Flughöhe bis in den oberen Tiefflugbereich.
HPI-Radar (High Power Illuminator) und PAR/CSAR-Pulse-Doppler-Suchradar.
Schutz taktischer Verbände, Flugplätze und Objekte gegen tieffliegende Ziele.
Spätere Generation. Im Zuge der Umgliederung ab 1990 wurden Teile des Verbandes auf das System PATRIOT umgeschult. HAWK wurde schrittweise ausgemustert.
Abschnitt 03b
Neben der Thorsberg-Kaserne unterhielt das FlaRakBtl 39 mehrere Feuerstellungen entlang der Ostseeküste und an der Schlei. Von dort aus wurden die HAWK-Staffeln in Alarmposition gebracht.
Nördlich von Maasholm, an der Schleimündung gelegen. Heute ein Naturerlebniszentrum – das Gelände wurde 1994 von der Gemeinde übernommen.
Kasernenanlage nordwestlich von Süderbrarup, mit Halle 117 und den Funktionsgebäuden 104, 105, 112 und 132. Eigene Toranlage Richtung Stadum.
Eine der weiteren Stellungen des Bataillons an der Ostseeküste.
Innenland-Stellung nahe dem Eider-Wasserlauf.
Auf dem Tolkschau-Gelände. Heute befindet sich dort eine Sommerrodelbahn.
Abschnitt 04 · Verbundenheit
Nach der Auflösung des Verbandes im Jahr 2002 pflegen ehemalige Angehörige die Verbindung in regelmäßigen Treffen. Diese Seite ist auch ein Ort für Erinnerungen an die gemeinsame Dienstzeit, an die Feuerstellungen und an die Kameraden, die nicht wiederkamen.
Die Ehemaligen der 1./FlaRak 39 und 1./FlaRak 11 treffen sich seit der Auflösung in unregelmäßigen Abständen. Auf den Treffen werden Fotos ausgetauscht, Geschichten erzählt und neue Kontakte zu ehemaligen Kameraden geknüpft.
Neben den Treffen finden regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt, etwa an der Schießbahn auf Kreta oder am Gedenkstein in Süderbrarup. Auch eine Kranzniederlegung am Deutschen Soldatenfriedhof Maleme ist Teil des Gedenkens.
Du warst dabei? Schick mir deine Erinnerungen, Fotos oder Hinweise zu den Treffen. Ich baue sie hier ein, gerne mit deinem Namen oder deiner Einheit.
Abschnitt 04b · 2002 – 2004
Mit der Umgliederung des Verbandes ab 1990 wurde das HAWK-System schrittweise durch PATRIOT ersetzt. Die letzten HAWK-Batterien, darunter Teile der 1./FlaRak 39, blieben jedoch noch einige Jahre in der Alarmbereitschaft.
Im Juli 2004 wurden die letzten HAWK-Komponenten – darunter die HPI (High Power Illuminator) und BCC (Battery Control Central) – außer Dienst gestellt. Die Auflösung des Verbandes folgte formal zum 31. Dezember 2002.
Mit dem Ende der HAWK-Ära endete auch der tägliche Dienst in den Feuerstellungen Maasholm, Leck und den anderen Stellungen im Norden.
Abschnitt 04
Die Thorsberg-Kaserne lag an der Schleswiger Straße in Süderbrarup im Kreis Schleswig-Flensburg. Sie wurde zwischen 1966 und 1970 erbaut und 1970 vom Flugabwehrraketenbataillon 39 mit der 1. und 4. Batterie bezogen.
Der Name geht auf das nahegelegene Thorsberger Moor zurück, wo 1858 bis 1861 der Lehrer Helvig Conrad Engelhardt den berühmten Thorsberger Moorfund mit frühzeitlichen Waffen und Ausrüstungsgegenständen entdeckte.
Das Gelände umfasste rund 12 Hektar. Mit der Auflösung des Bataillons 2002 endete die militärische Nutzung.
Abschnitt 05 · Gedenken
Der folgenschwerste Flugunfall in der Geschichte der bundesdeutschen Luftwaffe. Beim Instrumentenanflug auf den Flughafen Chania auf Kreta zerschellte eine Transall C-160 mit 42 Menschen an Bord am Berg Malotyra. An Bord: 35 Soldaten der 1. Staffel des Flugabwehrraketenbataillons 39 aus Süderbrarup. Sie waren auf dem Weg zu einem Scharfschießen der Fla-Raketeneinheiten.
Die Maschine des Lufttransportgeschwaders 63 aus Hohn bei Rendsburg war am Nachmittag des 9. Februar 1975 in dichtem Schneetreiben im Anflug auf den Flughafen Chania-Souda. Wegen eines Navigationsfehlers kam es zu einer verfrühten Rechtskurve. In der Folge kollidierte die Maschine kontrolliert mit dem Terrain (CFIT) am Berg Malotyra, etwa 24 Kilometer vom Ziel.
Keiner der 42 Insassen überlebte den Aufprall. Unter den Passagieren waren 35 Angehörige der 1. Staffel des FlaRakBtl 39 aus Süderbrarup.
23 Kilometer von der Absturzstelle entfernt liegt der Deutsche Soldatenfriedhof Maleme. In Süderbrarup erinnert ein Gedenkstein an die verunglückten Soldaten des FlaRakBataillons 39. Angehörige und Kameraden pflegen das Gedenken an die Opfer bis heute.
„Mein Vater war als einer der letzten Passagiere in die Maschine eingestiegen."
— Berthold Mittler, Sohn eines Opfers
Namen der 42 Opfer. Die namentliche Auflistung auf einer öffentlichen Seite sollte nur mit Zustimmung der Angehörigen erfolgen. Falls du uns dabei helfen möchtest, ergänzen wir sie gemeinsam.
Abschnitt 06
Impressionen zu Waffensystem und Umfeld der Flugabwehr.
Abschnitt 07
Du warst dabei, kennst jemanden aus dem Verband oder hast Fotos aus der Thorsberg-Kaserne? Diese Seite lebt von persönlichen Erinnerungen.